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Schifferfastnacht-Prossen
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Schiffsmodelle der Schiffergesellschaft „Elbe

Bereits bei der Gründung im Jahr 1902 entschloß man sich zur Anschaffung eines tragbaren Schiffsmodells. In den nun folgenden Schifferumzügen wurde der damals neu gebaute Frachtkahn „Otto I“ von den Matrosen bis heute getragen. Dieser Frachtkahn wurde bei Neuanstrichen, im Jahr 1988, vom damals ausführenden Maler in „Ewald“ umbenannt. Gleiches geschah auch mit dem Kahn „Otto II“, welcher den Namen „Oswald“ erhielt. Beides sind die Vornamen von ehemaligen bereits verstorbenen Schiffern unseres Ortes. Ewald Lorenz war der letzte aktive Schiffer unserer Schiffergesellschaft. Oswald Noack war viele Jahre Kapitän bei der Sächsisch – Böhmischen Dampfschiffahrtsgesellschaft und mehrere Jahre Vorstandsvorsitzender der Schiffergesellschaft „Elbe“ Prossen. Diese Namensänderungen erfolgten ohne eine Anweisung des Vorstandes oder des damaligen Kapitäns. Der Maler tat es ganz einfach, weil die anderen Namen für ihn mehr Tradition hatten. Somit kam es auch zu keinem notwendigen Eintrag in das damalige Protokollbuch. An eventuelle Verwechslungen dachte er naiverweise nicht.

Erst bei einer Jubiläumsfeier einige Jahre später in Schmilka präsentierte der jetzige Vorstandsvorsitzende die Frachtkähne unbemerkter Weise immer noch stolz als „Otto I und II“. Bei Nachfrage einiger erstaunter Zuschauer wurde erst jetzt die Namensänderung hier bemerkt. Dem mit anwesendem Maler wurde mit einem Kopfschütteln sowie einem Lächeln der Zuschauer verziehen. Zum Frachtkahn „Oswald“ sei noch erwähnt, daß er 1981 bei Dacharbeiten im Haus vom ehemaligen Ofensetzer Michel in Rahmannsdorf von Dieter Kaulfuß entdeckt wurde. Die Gesellschaft kaufte den Kahn der ehemaligen Besitzerin Frau Michel für 20,- Mark ab. Es ist anzunehmen dass dieses Modell dem nicht mehr existierenden Rathmannsdorfer oder Porschdorfer Schiffervereinen gehörte.

Der Ozeanluxusdampfer „BREMEN“ wurde anläßlich eines Wettbewerbs vom ehemaligen Vorstandsmitglied Emil Petters (1971 gest.) gebaut. Da das Modell nicht ganz dem Maßstab entsprach, errang es leider auch keinen Preis. Der ungenaue Maßstab war auch der Grund dafür, daß es fast zwanzig Jahre unter dem Namen „KAP ARKONA“ an den Schifferumzügen teilnahm. Doch im Jahr 1996 war das Modell in einem bedauernswerten Zustand und mußte auf die „Werft“. Nach seiner Generalreparatur 1997 erhielt er seinen alten Namen zurück. Das Schlachtschiff „Bismarck“ ein weiteres Modell vom Petters Emil wartet noch auf eine gründliche Generalreparatur. In Papstdorf gibt es in privatem Besitz noch weitere Modelle vom Emil, jedoch bemühte sich die Gesellschaft bis heute vergeblich um diese.

Der Seitenradschlepper „Prossen“ wurde in einer Zeit gebaut, als man die Fastnacht nach dem 2. Weltkrieg zu neuem Leben erweckte. Harry Stolze baute den Schlepper 1958 z. T. in der Autowerkstatt von Herbert Hering und zur großen Freude seiner Frau in der damaligen Wohnküche. Zu Beginn des Schifferumzuges 1958 ging der Schlepper unter großem Jubel von der Helling. Seit dieser Zeit wird er ununterbrochen von den Matrosen unserer Gesellschaft durch die Schifferumzüge auch in anderen Orten getragen.

Im Jahr 1999 entschließt sich die Gesellschaft zum Neubau eines Frachtkahns. Er sollte genau so wie das Modell „Oswald“ („Otto II“) aussehen. Der Bürger Horst Kurth erhielt dafür den Auftrag. Er baute den Kahn detailgetreu seinem alten Vorgänger nach. Zur Erinnerung an den viel zu früh verstorbenen Vorstandsvorsitzenden Gerd Großheim wurde der Bug des Kahns mit dem Namen „Gerd“ versehen. Seit der Schifferfastnacht 2000 dient er nun als neuer Frachtkahn für unsere Frachteneinholer.

Ein Jahr vor dem 100jährigen Bestehen der Schiffergesellschaft „Elbe“ erkundigte sich der Harry Stolze nach den alten Bauplänen vom Seitenradschlepper „Sachsen“ (Gebr. Albrecht) und borgte sich alle Pläne aus. Wieso ? Warum ?

Pünktlich zur Jubiläumsfeier anläßlich der Gründung unserer Gesellschaft konnte es Jeder sehen! Er hatte den Seitenradschlepper „Sachsen“ im Maßstab 1:50 gebaut und schenkte den Dampfer der Gesellschaft. Was für ein tolles Schiff. Doch schon seit einigen Jahren meinten verschiedene Mitglieder, wir brauchten eigentlich auch einen Dampfer der „Weißen Flotte“. Nach dem der Harry den „Sachsen“ gebaut hatte, kam eigentlich nur er in Frage einen solchen Dampfer zu bauen. Viel mußte der Vorstand den Harry nicht fragen, sondern er erhielt ganz einfach den Auftrag. Und so legte er auf seiner kleinen „Werft“ los. Bereits ein Jahr später waren der erste Personenraddampfer die „Koenigin Maria“ und das heutige Flaggschiff der „Weißen Flotte“ der Raddampfer „Dresden“ im leuchtenden Weiß entstanden. Es folgten wenig später die noch heute auf der Elbe fahrenden Personenraddampfer „Diesbar“ und „Meissen“. Nach einem Besuch auf dem Schlepper „Sachsenwald“, welcher bekanntlich im Winter im Prossener Hafen Schutz sucht, vernarrte sich der Harry in den Dampfer und baute auch ihn kurzerhand nach. Aber speziell das Vorstandsmitglied Gerhard Ritz ( der Kneiper dieses Hauses ) „bekniete“ den Harry zur Vervollständigung der „Weißen Flotte“. Daraufhin entstanden der Dampfer „Stadt Wehlen“ und im Jahr 2003 der Dampfer „Pirna“. Von seinen Familienmitgliedern wurde der Harry schon als Kellerkind bezeichnet, denn seine kleine Werft befindet sich im Keller seines Hauses.

Bei der genannten Anzahl und der im Raum sichtbaren Schiffsmodelle die er in letzter Zeit baute, kann man sich kaum vorstellen wieviel Stunden er dabei im Keller verbrachte. Doch da unsere Mitglieder sich ein solch schönes Vereinsheim geschaffen haben hat es ihm auch Spaß bereitet, dieses mit für die Elbeschifffahrt so typischen Schiffsmodellen zu bereichern. Im Jahr 2004 besorgte er sich die Vorlagen für die alte Bahnhofsfähre „Bad Schandau I“. Der alte Raddampfer verkehrte von 1908 bis 1970 zwischen Bad Schandau und dem Bahnhof. Im Jahr 2004 wurde er wiederholt auf Kiel gelegt und original getreu nach gebaut. Zur Eröffnung des Fastnachtumzug 2005 wird die Bahnhofsfähre getauft und ihren „Dienst“ aufnehmen. Somit ist die Flotte unserer Schiffergesellschaft um ein weiteres Modell reicher.

Mit dem Bau der Bahnhofsfähre wollte eigentlich Harry seine Schiffswerft schließen und in seinen wohlverdienten Ruhestand gehen. Aber denkste! Es fehlen doch noch einige Schiffsmodelle die einst auf unserer Elbe „geschippert“ sind.

Zum Beispiel fehlt uns noch eines der Luxusmotorschiffe mit Schaufelrädern wie sie seit Anfang der 1960er bis Mitte der 1990er Jahre auf der Elbe verkehrten. Was tun? Ganz einfach, der Lothar Kunze gab den Auftrag im Januar 2005 zum Bau dieses Schiffes. Und nun halte man sich fest!!! Bereits acht Wochen später im März 2005 verließ der „Luxer“ in Rekordbauzeit die Werft in Ibbenbüren.

Zur Schifferfastnacht im Januar 2006 konnten die Prossener und ihre Gäste das Luxusmotorschiff „Karl Marx“ in voller Pracht während des Umzugs bewundern. Im gleichen Jahr nahm es auch am Festumzug anlässlich des 800jährigen Bestehens der Stadt Dresden teil, ebenso die Dampfer „Diesbar“ und „Dresden“.

Aber es sollte nicht lange dauern und die Dampferflotte in unserem Vereinsheim vergrößerte sich um ein weiteres Modell. Rudolf Stelley aus Lauenburg an der Elbe verbringt seit einigen Jahren mit seiner Gattin den Urlaub in den Ferienhäusern am Hafendamm des Prossener Hafens. Hierbei beobachtete er wie sich das Vereinsheim Jahr für Jahr veränderte. Da ihm dies gefiel stand er im September 2006 mit einem Schiffsmodell in unserem Vereinsheim, um uns dieses zu schenken. Was für eine schöne Geste und natürlich auch Anerkennung für die Mitglieder der SGEP.

Tja und seit dem haben wir ein Walross. Nein, nein kein Richtiges!

Es handelt sich um den Dampfschlepper „Walross“. Ein wunderschöner Schraubendampfer der seinen würdigen Platz bei all den anderen Modellen unserer Gesellschaft erhalten hat.

Wie schön solche Schiffsbaumeister zu kennen. Und es ist noch kein Ende abzusehen, denn die Flotte besitzt noch keinen Kettenschleppdampfer. Auch diese Schiffe gehörten über viele Jahrzehnte auf die Elbe und zogen Klappernder Weise so manchen Lastkahn zu Berg. Doch zum Bau dieses Dampfers musste man den Harry Stolze schon etwas überreden, denn an ihn wollte er nicht so recht ran. Und so brauchte er fast ein Jahr bis er ihn auf Kiel legte. Im Dezember 2006 war er jedoch im Rohbau fertig und musste „nur noch angepinselt“ werden. So kann die Reise von Ibbenbüren bis nach Prossen beginnen und pünktlich zur Schiffstaufe im Januar 2007 ist ein weiteres großartiges Schiffsmodell in Prossen zu bewundern. Hoffen wir, dass er heil hier ankommt und den passenden Namen, bei einem kräftigen Schluck erhält. Der kräftige Schluck wurde getrunken und der Schlepper erhielt den Namen (nach seinem Eigner) „Gustav Zeuner“.

Prossen im Dezember 2006

Im Fastnachtsumzug 2007 trugen die Matrosen den Schlepper zur großen Freude der Zuschauer. Anschließend ging er im Vereinsheim vor Anker und erhielt den wohlverdienten Platz. Seit dem schmückt ein weiteres schönes Modell den Gastraum im Vereinsheim.
An dieser Stelle sollte auch einmal Harry`s Patentschaufelrad erwähnt sein. Ist es doch in seiner Funktionsweise genau denen der immer noch auf der Elbe ihren Dienst verrichtenden wichtigen Bauteile eines Schaufelraddampfers nachgebaut. Auch ohne Dampfantrieb kann man nachvollziehen wie sich Schaufelradblätter am günstigsten bewegen müssen, um so wenig wie möglich Widerstand beim eintauchen ins Wasser zu erzeugen. Einfach genial!! Jeder Laie erhält somit die notwendige Vorstellung. Auch dieses schöne Modell, um welches uns viele Freunde der Schifffahrt beneiden, sollte im Gastraum einen würdigen Platz erhalten.
Doch es fehlt halt immer etwas. Ein Heckradschlepper sollte es noch sein.
Der Lothar Kunze gibt noch mal einen Auftrag an den Harry zum Bau eines Heckradschleppers. Der „BESKYDY“ bitteschön.
„Na gut dann bau ich euch noch den Tschechen“
Der Harry macht sich nochmals an die Arbeit. Leider ist es mit seiner Gesundheit nicht mehr zum Besten und er muss sich quälen. Der Schlepper ist 2010 fertig, doch der Harry schafft den Anstrich nicht mehr. Die Hände wollen nicht gehorchen und so muss der Schlepper von anderer Hand fertig gestellt werden und kommt erst 2011 in den Fastnachtsumzug und anschließend zu seinem Ankerplatz im Vereinsheim.
Mit diesem Schiffsmodell endet eine große Schiffbauerkarriere, die in unserem Ort einmalig ist. Der Harry hat sich unzählige Denkmäler geschafft. Durch seine Modelle ist er immer gegenwärtig in unserem Vereinsheim.
Im Jahr 2012 hört sein Schifferherz auf zuschlagen und er verlässt uns für immer. Nur die Erinnerungen an ihn und sein unermüdliches Tun für die Schifferfastnacht bleiben.

Danke Dir lieber Harry und ein letztes Prossen Ahoi

Ein weiterer Heckradschlepper kommt 2011 aus Lauenburg. Der Rudolf Stelley ist mit seiner Frau Inge in Prossen und macht Urlaub. Wie immer kommt er nicht mit leeren Händen. Der Schlepper ist diesmal seine Überraschung für die SGEP.
HRS „BRESLAU“ und der „BESKYDY“ gehen mit Hilfe der Matrosen im Schifferumzug auf große Fahrt um abschließend im Hafen der SGEP fest zu machen.
Es sollen zwei Jahre vergehen und da kommt ein Dampfer aus dem fernen Lauenburg die Elbe zu Berg geschippert.
Sein Name ist „Hugo Basedow“. Tja wer hat den wohl gefertigt?
Rudolf Stelley hat ihn in zwei Wintern gebaut. Eine genauere Angabe macht der Rudolf nicht. Doch wer den schönen Dampfer betrachtet, weiß schon wie viel Arbeit dies gemacht hat.
Der Rudolf hat 1951 bei der Reederei Albrecht den Beruf eines Binnenschiffers erlernt und somit den Bezug zu den auf der Elbe fahrenden Dampfern bekommen.
Im Jahr 1956 ging er an Land um auf der Werft bei Hitzler zu arbeiten. Hier schweißte er im selbigen Beruf 38 Jahre unzählige Tanker, Eisbrecher und andere Schiffstypen. Man könnte denken, nach der Arbeit sucht sich der Schiffbauer ein Hobby, was nichts mit Schiffen zu tun hat. Doch weit gefehlt, der Rudolf baut sie auch zu Hause. Nur etwas kleiner und als Modelle. Und so kam 2012 nach dem Bugsierer und Eisbrecher „Walross“, dem Heckradschlepper „Breslau“ der Personenraddampfer „Hugo Basedow“ hinzu.
Seine Frau Inge ist als junges Mädchen auf dem Dampfer mitgefahren und schwärmt noch Heute von der Eleganz und Größe des Dampfers.
Das Hobby ihres Mannes findet sie toll, doch manchmal wird es ihr zu eng in ihren vier Wänden und dann braucht sie Platz. Natürlich weiß sie sich zu helfen! Gott sei Dank!
Wo ist denn noch Platz? Natürlich im Vereinsheim der Schiffergesellschaft in Prossen. Tja und dann nehmen die Beiden auf ihrer Urlaubsreise nach Prossen wieder ein Modell, zu unserer Freude mit. Gebaut werden die Schiffsformen hauptsächlich aus Epoxydharz. Übrigens ist der Dampfer wassertauglich und ist bereits auf diesem geschwommen.
Die Inge und der Rudolf sind der Meinung, all diese Schiffsmodelle sind hier für Jedermann sichtbar und bereiten somit vielen Menschen eine große Freude.
An dieser Stelle, ein herzliches Dankeschön liebe Inge und lieber Rudolf sowie ein

Dreifaches Prossen AHOI!!!


Prossen im März 2013 Mathias Franke


Hier gehts zur Dampferparade


Rudolf Stelley und das Walross

Es könnte jetzt dem Leser der Gedanke kommen, jetzt fangen die Prossener auch noch an Romane auf ihrer Internetseite zu schreiben. Doch hier müssen wir euch leider enttäuschen oder aber auch beruhigen, denn dies wird nicht passieren.

Das Walross oder anders gesagt der „Walross“ ist ein Dampfschlepper, welcher seinen Dienst auf der Oberelbe als Bugsierer und Eisbrecher getan hat. Zuletzt stand er in Diensten des Wasserstraßenbauamtes von Lauenburg. Nun hat er aber seinen Heimathafen in Prossen gefunden. Er befindet sich im Vereinsheim unserer Schiffergesellschaft. Tja wirklich ! Aber keine Angst das Dach vom Vereinsheim ist noch drauf und auseinander gebrochen sind wir auch noch nicht. Den Schlepper kann der Besucher als Modell bewundern. Gebaut wurde dieses schöne Schiff von Rudolf Stelley aus Lauenburg. Rudolf Stelley kommt mit seiner Gattin seit einigen Jahren in unsere sächsische Heimat in den Urlaub um sich hier zu erholen. Da er in dieser Zeit immer am Prossener Hafen wohnt ist ihm das Vereinsheim der Schiffergesellschaft aufgefallen. Im September dieses Jahres hat er es zum ersten Mal mit seiner Gattin besucht. Und was hat er uns als Geschenk mitgebracht? Richtig, den Dampfschlepper Walross. Lieber Rudolf nochmals recht vielen Dank. Wir haben uns sehr darüber gefreut und versprechen dir der Schlepper wird einen würdigen Platz bei unseren anderen Schiffsmodellen finden. Im Januar 2007 werden die Matrosen unserer Gesellschaft das Modell im traditionellen Schifferfastnachtsumzug tragen. Tja und bevor aus dieser schönen Begebenheit wirklich noch ein Roman wird, lassen wir ein wenig die Bilder sprechen.

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